· 

Vor der Messe wird es messy

Damals, als ich noch jung und unschuldig war (heute bin ich alt und schuldig), zwang ein unbarmherziges Gesetz mich zum Schulbesuch. Am meisten störte mich daran, dass ich morgens aufstehen musste, im Koma zur Bushaltestelle schlurfen, um dann hinter meiner Schulbank darniederzusinken. Glücklicherweise war ich jedoch eins dieser fiesen, von allen verhassten Frettchen, die den Mist auf einer Backe abgesessen und alle halbe Jahre Geld vom Opa für das Einserzeugnis kassiert haben. Egal.

Was ich noch fürchterlich fand, waren Hausaufgaben, Referate und Prüfungsvorbereitungen.

Man bekam ja so Termine, "bis nächsten Donnerstag", oder "bis 18. April".

Und ich? Bis zum 16. April habe ich ganz entspannt auf den Kalender geschaut. Is ja noch Zeit. Die Panik brach dann am 17. April gegen 22 Uhr aus ...

 

Genauso geht es mir heute mit Deadlines und Messen. Ich denke immer: Is ja noch Zeit. Ist es ja auch. Man bildet sich ein, dass es ja eigentlich gar nicht so viel vorzubereiten gibt. Man geht hin, vorzugsweise gewaschen und gekämmt, und die Leute rennen einem schon die Bude ein.

Und dann, am sprichwörtlichen Vorabend gegen 22 Uhr, fallen einem noch eine Million Dinge ein, an die man ja noch denken muss. Zum Beispiel, dass der Messestand ja noch eine Tischdecke braucht. Dass wir nicht genug Buchständer haben, aber zu viel Klimbim, der noch Behältnisse braucht. Dass wir ganz wichtigtuerisch Goodie-Bags und Einkaufstüten machen wollen, dass meine Deko-Figur noch ihren Waffenrock braucht, und dass ich auch schon wieder einen neuen Rock brauche, weil der alte in die Speckrollen kneift.

Und dann sitzen wir, also das sind mein Mann und ich, freudig zwischen all den wunderbaren Dingen - der Tischdecke, der Figur, der Schokoladenfontaine - und uns fällt nebenbei ein, dass wir noch gar keine Bücher nachbestellt haben und dass der Bestand einiger Titel schon arg zur Neige geht. Das sind dann übrigens immer genau die, die die Leute auf der Messe uuuuunbedingt haben wollen.

Ich erinnere mich an die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr. Wir hatten nur noch 8x "ANEIRYN".

Wir so: Will eh keine Sau mehr haben, ist schon ein Jahr auf dem Markt.

Die Leute so: WIESO HAST DU NICHT MEHR ANEIRYNS MIT? WIR WOLLEN ANEIRYN! EINS FÜR UNS UND BITTE NOCH SIEBZIG FÜR UNSERE PATENKINDER! Garghlgrmfpttstztt#!

 

... während wir auf einer anderen Messe mit einem gefühlten Transporter voller Bücher angereist sind und dann ... nun ja.

 

Nun sind es nur noch 19 Tage bis Berlin, und ich sitze hier und blogge.

Mein Mann wird mir den Kopf abreißen, denn wir müssen noch 2 Bücher in Druck geben, damit wir sie rechtzeitig zur Buch Berlin mitbringen können. Ich sehe es jetzt schon wieder vor mir: Es wird der Vorabend der Messe sein, so gegen 22 Uhr, und wir schwitzen Blut und Wasser.

Aber bisher ging doch immer alles gut.

Außer einmal, da erwischte mich der Mathelehrer beim Hausaufgabenmachen in der Pause.

 

Jona xoxo

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Vera (Montag, 20 November 2017 08:09)

    Huhu kräftig winke,
    Viele interessante Sachen stehen in der heute eingetrudelten Email....ich freue mich auf alles was da kommt und ganz besonders auf Berlin �
    In diesem Sinne bis zum fröhlichen Wiedersehen am Wochenende.

    Ganz liebe Grüße
    Vera

  • #2

    Jona Dreyer (Dienstag, 21 November 2017 18:01)

    Huhu liebe Vera!

    Na da freue ich mich ganz sehr, dich am Wochenende zu sehen! Bis bald :)

  • #3

    Anne (Dienstag, 21 November 2017 20:00)

    Hallo ��... das sind ja klasse news im Newsletter... ich glaube ich muss mal mein Konto prüfen, was es so her gibt. ;)
    Leider schaffe ich es nicht nach Berlin, aber Leipzig steht schon im Terminplan.
    Viel Spaß in Berlin